Georgien 2026: Vom Expat-Paradies zur Regulierungsflut

Warum Ausländer jetzt die Flucht ergreifen und was du daraus lernen kannst

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Lesezeit: 6 Minuten

Die Illusion vom sicheren Hafen

Georgien galt jahrelang als Geheimtipp für alle, die eine steuerfreundliche Base für ihr Business suchten. Schnell, günstig, wenig Bürokratie – ein kleines Eldorado für digitale Nomaden, Auswanderer und Unternehmer.

Doch was einst als sichere Struktur galt, entpuppt sich inzwischen als instabile Basis, geprägt von willkürlich wirkenden Regulierungen, widersprüchlichen Auslegungen und wachsendem Protektionismus.

Ein Paradebeispiel dafür: die Georgien LLC mit IT-Lizenz.

Viele Unternehmer und Selbstständige gründeten vor Jahren in Georgien eine Firma, um mit der IT-Steuervergünstigung auf 5 % effektivem Steuersatz zu operieren. Zunächst funktionierte alles wie versprochen – doch mit der Zeit zeigte sich, wie schnell sich Rahmenbedingungen verschieben können.

Zuerst wurde das Banking für ausländische Direktoren zum Problem und plötzlich waren bestehende Geschäftskonten nicht mehr sicher.

Dann kam der steuerliche Rückschlag: Die IT-Lizenz wurde neu interpretiert – und das rückwirkend. Was zuvor als „low tax“ galt, wurde nachträglich als fehlerhafte Anwendung dargestellt. Viele Unternehmer wurden nun anders zur Kasse gebeten – mit deutlich höheren Summen als zuvor geplant.

Diese Entwicklung war kein Einzelfall, sondern ein Frühindikator für das, was heute noch deutlicher sichtbar wird:

Ein wachsender Protektionismus, ein regulatorisches Durcheinander – und eine Atmosphäre, in der niemand mehr genau weiß, was morgen gilt.

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Georgien 2026 – Was sich konkret ändert

Die Entwicklungen in Georgien sind kein Gefühl, sondern lassen sich an konkreten Änderungen und Regulierungen ablesen. Besonders im ersten Halbjahr 2026 kommt eine Reihe von Maßnahmen, die Ausländer direkt betreffen – sei es beim Aufenthalt, beim Arbeiten oder bei der Firmengründung.

Bereits umgesetzt oder in Kraft (Stand 2026)

Führerschein nur noch mit Residency

Bis Mitte 2023 war es problemlos möglich, als Ausländer in Georgien den Führerschein zu machen – oft genutzt von Nomaden und Expats.

Jetzt ist die Ausstellung an eine gültige Aufenthaltsgenehmigung (Residency) geknüpft.

Pflicht-Krankenversicherung für Touristen

Seit Anfang 2024 müssen alle ausländischen Besucher – unabhängig von der Nationalität – eine Unfall- und Krankenversicherung nachweisen.

Auch wenn Kontrollen bislang noch selten sind, stellt die Maßnahme eine neue bürokratische Hürde dar.

Goldimporte mehrwertsteuerfrei

Seit 2024 entfällt die Mehrwertsteuer auf Goldimporte – ein kleiner Vorteil für Edelmetall-Investoren, jedoch kaum ein Gegengewicht zur regulatorischen Gesamtentwicklung.

Geplante Änderungen ab März 2026

Kein Zugang mehr zu staatlichen Universitäten für Ausländer

Ab Herbst 2026 sollen keine internationalen Studenten mehr an staatlichen Hochschulen zugelassen werden. Private Universitäten sind davon nicht betroffen.

Ziel: Haushalt entlasten, Zufluss von Billigstudenten aus Drittstaaten bremsen.

Einführung von Arbeitsvisum + Arbeitsgenehmigung (Labor Work Permit)

Georgien hatte bisher kein echtes Arbeitsvisasystem. Das ändert sich jetzt:

Besonders betroffen sind Branchen wie:

Hier will der Staat gezielt einheimische Arbeitskräfte bevorzugen.

Einschränkungen für neue Small Businesses

Ausländische Unternehmer berichten bereits, dass Anträge auf Geschäftserweiterungen – etwa im Massagebereich – abgelehnt wurden, mit der Begründung, dass es genug lokale Anbieter gebe.

Unklar bleibt:

Stand heute: Interpretationssache – keine klare offizielle Linie.

Strengere Regeln für Investment Residency

Die Grenze für die Aufenthaltsgenehmigung via Immobilieninvestition wird angehoben:

Übergangsregelungen & Unsicherheiten

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Bauboom mit Risiko: Immobilien ohne Sicherheiten

Der Bauboom in Georgien – besonders in Batumi – ist mit bloßem Auge sichtbar. Überall entstehen neue Hochhäuser, Apartments und Ferienanlagen. Doch wer genauer hinsieht, erkennt schnell: Nicht alles, was begonnen wird, wird auch fertig.

Immer häufiger berichten Käufer davon, dass Projekte gar nicht starten, mittendrin gestoppt werden oder sich über Jahre verzögern. Auch wer sein Apartment vollständig bezahlt hat, kann erleben, dass versprochene Ausstattungen – wie luxuriöse Pools, Fitnessräume oder Gemeinschaftsflächen – nie realisiert werden.

Diese persönlichen Erfahrungen decken sich mit Warnungen von Marktbeobachtern: Es fehlt an baurechtlichen Sicherheiten, funktionierender Qualitätssicherung und verbindlichen Durchsetzungsmechanismen. Der Erwerb von Immobilien in Georgien kann damit schnell zu einem Investment ohne Verlässlichkeit werden – ganz gleich, was auf dem Werbeplakat steht.

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Was bleibt auf der positiven Seite?

Trotz zunehmender Regulierungen bleibt Georgien in manchen Punkten weiterhin attraktiv – vor allem im Vergleich zu klassischen Hochsteuerländern oder überregulierten Expat-Destinationen.

Visa-Freiheit

Bürger vieler Staaten – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz – erhalten bei Einreise weiterhin ein

Visa on Arrival für 365 Tage

Das gilt ohne Antrag oder Gebühren und macht Georgien zu einem der unkompliziertesten Länder für Langzeitaufenthalte weltweit.

Internationales Banking bleibt stark

Das georgische Bankensystem ist weiterhin international ausgerichtet und genießt eine gute Reputation – sowohl in der Region als auch darüber hinaus.
Gerade europäische Kunden sind gern gesehen, und auch Remote-Kontoeröffnungen sind bei ausgewählten Banken problemlos möglich.

Lebenshaltungskosten bleiben niedrig

Abseits von Tiflis ist Georgien weiterhin preislich sehr attraktiv: In Batumi etwa – direkt am Schwarzen Meer – bekommt man voll ausgestattete Apartments ab ca. 300 USD pro Monat.

Auch Essen, Transport und Dienstleistungen liegen preislich weit unter EU-Niveau.

Keine Vermögens- oder Erbschaftssteuer

Georgien erhebt keine Steuern auf Vermögen, Erbschaften oder Schenkungen.

Für internationale Vermögenssicherung ist das ein wichtiger Faktor – insbesondere in Kombination mit der territorialen Besteuerung.

Krypto-freundlich

Georgien zeigt sich weiterhin krypto-freundlich, insbesondere im Banking-Bereich.
Viele Banken und Dienstleister sind digitalen Assets gegenüber offen und unkompliziert, was das Land für Krypto-Investoren interessant macht.

Ein Land ist keine Strategie – Was Georgien uns lehrt

Georgien steht exemplarisch für ein wiederkehrendes Muster

Ein Land öffnet sich, lockt Ausländer mit niedrigen Steuern, wenig Bürokratie und günstigen Bedingungen – bis politische Stimmung, sozialer Druck oder ökonomische Realität das Blatt wenden.

Was 2020 noch als „No-Brainer“ galt, wird 2026 plötzlich zur Grauzone oder bürokratischen Falle.

Merke: Wer zu einseitig auf ein Land setzt, zahlt früher oder später den Preis.

Der Denkfehler: „Ich habe ein gutes Land gefunden“

Viele verlassen sich auf einen einzelnen Standort, als wäre er ein stabiler Anker.

Doch Länder verändern sich – schneller, als viele glauben.

Ein Regierungswechsel, ein Haushaltsdefizit, ein öffentliches Narrativ („die Ausländer nehmen uns die Jobs weg”) – und die Regeln ändern sich.

Die Realität: Kein Land ist dir verpflichtet

Weder Georgien, noch Thailand, noch Portugal oder Mexiko.

Staaten agieren aus Eigeninteresse. Wenn sich die Bedingungen ändern und sich die Karten gegen dich wenden, ist es Zeit, dein Setup neu zu denken.

Im Gegensatz zu klassischen Auswanderern, die alles auf ein einziges Land übertragen – Wohnsitz, Firma, Vermögen – hast du als international aufgestellter Mensch einen entscheidenden Vorteil:

Statt zu akzeptieren, kannst du reagieren.

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Die Lösung: Internationale Redundanz

Was du brauchst, ist kein Land – sondern ein Setup:

Nur so bleibt Freiheit real und nicht nur eine Hoffnung.

Flaggentheorie statt Standortromantik

Die Flaggentheorie ist kein Mythos. Sie ist eine Antwort auf eine Welt, die sich ständig ändert.

Wer sein Leben, Business und Vermögen klug verteilt, wird nicht kalt überrascht – sondern bleibt handlungsfähig.

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Letzte Aktualisierung: 13.02.2026