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Was sich bei Steuern, Wohnsitz, Banking, Vermögen und Zweitpass verändert.

Tokio-Skyline mit Fuji und japanischer Flagge

WOHNSITZ

Japan verteuert Permanent Residency um 1.900 % – und verschärft die Regeln

Japan macht den dauerhaften Aufenthalt für Ausländer deutlich teurer: Seit dem 1. Oktober 2026 beträgt die Gebühr für eine erteilte Permanent Residency 200.000 Yen statt bisher 10.000 Yen. Das entspricht dem 20-Fachen beziehungsweise einer Erhöhung um 1.900 %. Für Anträge, die spätestens am 30. September eingereicht wurden, bleibt die alte Gebühr bestehen – auch wenn die Genehmigung erst später erfolgt. Gleichzeitig verschärft Japan die Voraussetzungen für den dauerhaften Aufenthalt. Die neuen Richtlinien berücksichtigen unter anderem stärker Haushaltseinkommen und wirtschaftliche Eigenständigkeit, Altersvorsorge, Steuer- und Sozialversicherungspflichten sowie Japanischkenntnisse und die Integration in das japanische System. Die Umstellung erfolgt gestaffelt: Neue Einkommenskriterien greifen bereits für bestimmte laufende Anträge. Die überarbeiteten Richtlinien sollen für Anträge ab 1. April 2027 umfassend gelten. Warum das relevant ist Japan zeigt, wie schnell sich die Bedingungen eines vermeintlich langfristig planbaren Aufenthaltsstatus verändern können. Nicht nur die Kosten steigen massiv – auch die Anforderungen an Einkommen, Sprache und Integration werden höher. Ein Aufenthaltsrecht ist damit keine unveränderliche Sicherheit. Wer international plant, sollte nicht nur darauf achten, welche Optionen heute funktionieren, sondern auch vermeiden, seine gesamte Aufenthaltsstrategie von einem einzigen Land abhängig zu machen. Quellen: Immigration Services Agency of Japan – Gebühren für Permanent Residency, gültig ab 1. Oktober 2026

Argentinischer Pass auf der argentinischen Flagge

ZWEITPASS

Argentinien startet Citizenship by Investment – ab 350.000 US-Dollar

Argentinien hat sein neues Citizenship-by-Investment-Programm offiziell angekündigt. Anträge sollen noch im vierten Quartal 2026 möglich werden. Vorgesehen sind ein nicht rückzahlbarer Beitrag ab 350.000 US-Dollar oder eine Staatsanleihe über 800.000 US-Dollar. Eine vorherige mehrjährige Residency ist nicht erforderlich. Attraktiv ist vor allem der argentinische Pass: Er ermöglicht aktuell visafreie Einreise oder Visa on Arrival in rund 169 Destinationen. In den Antrag sollen außerdem Ehepartner und Kinder bis 24 Jahre einbezogen werden können. Warum das relevant ist Argentinien bringt damit einen ungewöhnlich starken Pass in den internationalen CBI-Markt. Entscheidend bleibt jedoch die Trennung zwischen Staatsbürgerschaft und Steuerwohnsitz: Der Pass allein begründet nach aktueller Rechtslage nicht automatisch eine argentinische Steuerresidenz. Wer dagegen tatsächlich Steuerresident in Argentinien wird, muss mit Besteuerung des Welteinkommens rechnen. Zusätzlich kann die Vermögensteuer „Bienes Personales“ auch Auslandsvermögen erfassen. Der Pass kann daher strategisch interessant sein – der steuerliche Wohnsitz in Argentinien ist eine separate Entscheidung. Mehr zum Thema bei Detoxhelden Argentinien Staatsbürgerschaft Quellen: Argentinische Regierung – Citizenship by Investment Argentinische Regierung – Änderung des Staatsbürgerschaftsrechts

Satirische Illustration zu karibischen Citizenship-by-Investment-Programmen

ZWEITPASS

EU setzt Karibik-Staaten bei CBI-Programmen unter Druck

Die EU-Kommission fordert von den ostkaribischen Staaten mit Citizenship-by-Investment-Programmen, diese bis Juni 2028 auslaufen zu lassen. Saint Lucia bestätigte die Forderung nach erneuten Gesprächen mit EU-Kommissar Magnus Brunner. Antigua und Barbuda hatte bereits zuvor eine konkrete Frist zum 1. Juni 2028 öffentlich gemacht. Der entscheidende Hebel ist der visumfreie Zugang zum Schengen-Raum: Nach den verschärften EU-Regeln kann bereits der Betrieb eines CBI-Programms die Grundlage dafür bilden, die Visafreiheit auszusetzen. Eine Abschaffung der Programme ist damit noch nicht beschlossen. Die Karibikstaaten verhandeln weiter und verweisen auf deren Bedeutung für die Entwicklungsfinanzierung. Warum das relevant ist Die EU kann den Staaten nicht vorschreiben, wem sie ihre Staatsbürgerschaft verleihen. Sie kann aber den Schengen-Zugang als Druckmittel einsetzen. Genau das zeigt die strukturelle Schwäche solcher Programme: Der Pass gehört dir – wichtige Vorteile dieses Passes hängen jedoch von Entscheidungen anderer Staaten ab. → Zweitpass bei Detoxhelden Quelle: Regierung von Saint Lucia, 24.09.2026 Originalquelle öffnen →